Trotz Bauarbeiten ein Fest zum fünfzigsten Geburtstag

Die Neue Nationalgalerie des Architekten Mies van der Rohe ist neben der Philharmonie eines der großen Gebäude des Berliner Kulturforums. Sie wurde am 15. September 1968 eröffnet. Doch musste das Museum, welches die Kunst der Klassischen Moderne beherbergt und Heimat spektakulärer Ausstellungen war, 2015 schließen. Der visionäre Bau wird seither einer Grundsanierung unterzogen. Im Jahr 2020 sollen sich die Türen für die Besucherinnen und Besucher wieder öffnen.

Programm zum Geburtstag

Dennoch gibt es zum runden Geburtstag des berühmten Museums Mitte September 2018 ein umfangreiches Programm. Zum Abschluss der Rohbau-Maßnahmen laden das zuständige Bundesamt und die Staatlichen Museen zu Berlin zur öffentlichen Führung auf der Baustelle ein.

Daneben gibt es auch eine Plakat-Ausstellung am Bauzaun, eine Filmvorführung und eine Publikation zur Geschichte der Ausstellungen im Haus. Bei der Plakatausstellung werden Plakate legendärer Sonderausstellungen gezeigt. Denn zu fast jedem Meister der modernen Kunst gab es hier schon ereignisreiche Ausstellungen.Die geplante Publikation umfasst dagegen zahlreiche weniger bekannte Fotografien im Zusammenhang mit den großen Themenausstellungen und Künstlern. Sie wird einen umfassenden Rückblick auf die Ausstellungsgeschichte bieten.

Kanzeldialog

Intensiv beteiligt sich auch die Stiftung St. Matthäus an den Geburtstagsfeiern: In der St.- Matthäus-Kirche wird der Film “Die Neue Nationalgalerie” von Ina Weisse gezeigt. Dazu gibt es einen hORA-Gottesdienst für Mies van der Rohe mit einem Kanzeldialog. Das Thema “Insel der Ordnung in der Stadtlandschaft” passt in diesem Zusammenhang hervorragend zur Vision des Berliner Kulturforums.

Für die Kunstinteressierten wird auch ein Symposium zum Schaffen Ernst Wilhelm Nays veranstaltet. So müssen sie auch während der Sanierung nicht völlig auf Ausstellungen verzichten. Als Ausweichquartier dient die “Neue Galerie” im “Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin”.

Zu den Neuerungen nach der Sanierung werden ein Buchshop und Garderoben im Untergeschoss gehören. Die alten Hut- und Mantelablagen entsprachen schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Ansonsten gilt bei dem Mammut-Vorhaben strenge Werktreue, denn das Urheberrecht für den Bau liegt bei der Familie Mies van der Rohe. Der Enkel des Architekten ist so auch ein regelmäßiger Besucher.