Kulturforum als Ikone der klassischen Moderne: Die Neue Nationalgalerie

2018 ist ein Herzstück des Berliner Kulturforums 50 Jahre alt geworden. Wie kaum ein anderes Gebäude steht die luftige Kunsthalle, die von dem berühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe konzipiert wurde, für den Berliner Kulturbetrieb und das Kulturforum. Die Neue Nationalgalerie wurde 1968 für die Kunst der klassischen Moderne eröffnet. Der Öffentlichkeit ist dieser Bau auch durch die endlosen Menschenschlangen bekannt, die immer wieder geduldig auf den Einlass zu herausragenden Ausstellungen warten. Berühmte Beispiele für die Ausstellungsgeschichte sind “Das MoMa in Berlin”, “Kunst in der DDR”, aber auch Werkausstellungen von Gerhard Richter bis Andy Warhol. Es gibt kaum einen berühmten Namen der modernen Kunst, der nicht schon seine Würdigung in der Neuen Nationalgalerie gefunden hätte.

Ebenso bekannt wurde die Neue Nationalgalerie durch die Nachrichten über die nötigen Sanierungsmaßnahmen. So ist das Gebäude 2015 für eine umfangreiche Instandsetzung für die Öffentlichkeit geschlossen worden und wird erst 2020 wieder eröffnet.

Der mutige Entwurf von Ludwig Mies van der Rohe wird auch weiterhin ganz besonders den Charakter des Berliner Kulturforums prägen. Schon, wenn man vor dem Gebäude steht, hat man den Eindruck, das Dach, eine riesige Platte, würde über dem Betrachter schweben. Man könnte fast meinen, die umspannende Glasfassade trägt den ganzen Bau. Im Inneren stellt sich durch diese Architektur, übrigens Mies van der Rohes einziges Bauwerk in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Gefühl von Leichtigkeit ein. Viel Licht dringt den ganzen Tag von draußen ein. Kunst kommt so in dem quadratischen Pavillon auf besondere Weise zur Geltung.

Tatsächlich ruht das quadratische Dach auf acht Stützen in einem stützenfreien Innenraum. Die Haupthalle, ein “Universalraum”, steht auf einer großen Granitterrasse und lässt verschiedenste Ausstellungsgestaltungen zu. So modern dieses Gebäude auch heute noch auf uns wirkt, so sehr hat sich der Architekt an der Geschichte orientiert. Es soll an einen antiken Podiumtempel erinnern, der wiederum in der Tradition der von Karl Friedrich Schinkel geprägten Schule der Berliner Baukunst steht. Es ist so ein Meilenstein des Berliner Kulturforums.