Haus der Kunst mit finanziellen und personellen Problemen

Das Haus der Kunst in München durchlebt gerade turbulente Zeiten.

Zum 1. Juni 2018 wurde der Vertrag mit dem künstlerischen Leiter des Hauses, dem aus Nigeria stammenden Okwui Enwezor, aufgelöst, so das zuständige Kultusministerium.

Enwezor war seit 2011 der Leiter des historischen Hauses, das über keine eigenen Bilder verfügt, sondern in dem nur Leihgaben zu sehen sind.

Mitte 2017 wurden finanzielle Probleme bekannt. Auch sexuelle Belästigung und die Nähe mancher Mitarbeiter zu Scientology wurden publik. Der zuständige Aufsichtsrat sprach Kündigungen aus und stellte Enwezor einen kaufmännischen Direktor zur Seite.

Bis 2020 warten allerdings noch große Aufgaben auf das aus der NS-Zeit stammende Gebäude. Dann soll es nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield von Grund auf saniert werden. Bis zu 150 Millionen Euro will der Freistaat Bayern dazu beisteuern. Seine Pläne, das Haus in den Originalzustand aus der Nazizeit zurückzuversetzen, sind allerdings noch umstritten.

Geschichte des Museums

Das Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße am Ende des Englischen Gartens wurde unter persönlicher Beteiligung Adolf Hitlers in den Jahren 1933 bis 1937, nach Plänen von Paul Ludwig Troost, im neoklassizistischem Stil erbaut. Das Haus zeigt moderne und zeitgenössische Kunst.

Nahezu unbeschadet überstand das Museum den Zweiten Weltkrieg, und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit wurde das Gebäude von der US-Army als Offizierscasino genutzt. Ab den 50er Jahren kam wieder Leben in das Gebäude. Es wurden zwei Restaurants eingerichtet, diverse Ausstellungen eröffnet und Bälle abgehalten. Der erste Geschäftsführer, Peter Ade, gründete 1955 einen Mäzenenkreis aus Vertretern der Industrie, organisierte Ausstellungen, deren Fokus auf der Klassischen Moderne lag, und knüpfte zahlreiche Kontakte zu anderen internationalen Museen. 1982 musste Ade – nach Kritik des bayerischen Rechnungshofs – das Amt aufgeben.

Ende der 1980er Jahre gab es erstmals finanzielle Probleme, die Kosten für den Betrieb durch diverse Auflagen, Versicherungen und Sicherheit waren gestiegen, sodass sich der Freistaat Bayern seitdem am Betrieb des Hauses finanziell beteiligt.

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