Brisantes Thema im Kulturforum: Ausstellung “Food Revolution” im Kunstgewerbemuseum

Im September 2018 geht eine Ausstellung im Kunstgewerbemuseum zu Ende, für die das Berliner Kulturforum einen denkbar passenden Rahmen bot. Die Ausstellung fragt nach der Zukunft des Essens. Das Besondere daran waren Installationen im Freien. Im Kontext des derzeit noch eher “steinernen” Forums ergaben sich so wirkungsvolle Assoziationen.

Sogar Bild, “Zukunft der Ernährung”, wies auf die viel beachtete Ausstellung hin, die angesichts des rapiden Bevölkerungswachstums, des Klimawandels und der Ungleichheit in der Verteilung der Ressourcen eine dramatische Fragestellung aufwirft.

Design, Kunst und Wissenschaft trafen in dieser Ausstellung, die sich das Motto “Gestaltung für die Gesellschaft von morgen” auf die Fahnen geschrieben hat, aufeinander. Über 30 Designer und Designerinnen machten sich Gedanken, wie das Ernährungssystem der Zukunft funktionieren könnte. Diese Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg entwickelt.

Durch den interaktiven Charakter wurde die Ausstellung ein sehr schönes Beispiel, wie der Grundgedanke des Kulturforums in der Gegenwart umgesetzt werden kann. Die Bürger wurden insbesondere durch einen “Food Markt am Kulturforum” im August einbezogen, wo es neben gastronomischen Angeboten auch Workshops und “Tastings” gab.

Die Ausstellung zeigt beeindruckende Installationen, die vor allem Denkanstöße liefern oder auch bewusst erst einmal verstören: Auf der steinernen Piazzetta des Kulturforums ist eine “urbane Streuobstwiese” des Niederländers Ton Matton zu sehen, auf der die Bäume am Tropf hängen. Vielleicht ein Appell für mehr Grün in der Stadt? Der “Tagesspiegel” sah darin eine willkommene Anregung, endlich den Gedanken der urbanen Landschaft auf dem Kulturforum umzusetzen.

Andere Installationen weisen in eine praktische Richtung, wie der essbare Garten von Katrin Bohn mit Hochbeeten auf der West-Terrasse des Kunstgewerbemuseums. Markant ist auch der “Sky Hive”, zwei Bienenstöcke, die hoch oben in der Stadt an einem Gestänge platziert werden können, um diesen bedrohten Insekten auch in den Großstädten wieder eine Heimat anzubieten. Auch ein Team des Fraunhofer Instituts widmet sich dem urbanen Raum: eine “Indoor Farm” zeigt modellhaft, wie Landwirtschaft auf kleinstem Raum möglich sein soll.

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